Thurgau aktualisiert 3D-Erfassung der Kantonsstrassen

Ab Montag, 31. März 2025, wird ein speziell ausgerüstetes Messfahrzeug das gesamte Kantonsstrassennetz im Thurgau befahren, um den Strassenraum zu erfassen. Dabei kommen modernste 360°-Panoramakameras und Laserscanner zum Einsatz, die ein detailliertes, dreidimensionales Abbild erzeugen. Ziel der Befahrung ist die Aktualisierung der bestehenden Datenbasis, die seit 2015 für virtuelle Begehungen zur Verfügung steht.
Das digitale 3D-Abbild der Thurgauer Kantonsstrassen hat sich nach den ausgeführten Befahrungen in den Jahren 2015 und 2019 als wertvolles Arbeitsinstrument etabliert und bietet eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten. Es ermöglicht unter anderem die Erhebung und Bewertung von Strassenausstattungen wie Beleuchtungen, Signalisationen, Markierungen sowie Rückhaltesystemen. Zudem können geometrische Analysen durchgeführt werden, um potenzielle Schwachstellen und Gefahrenbereiche im Strassennetz zu identifizieren. Die flächendeckend erfasste Datengrundlage kann für Planungs- und Sanierungsprojekte sowie die Optimierung des Langsamverkehrsnetzes verwendet werden. Messungen können direkt am Computer vorgenommen und mit bestehenden Geodaten abgeglichen werden, wodurch Begehungen vor Ort reduziert und Kosten eingespart werden können.
Die diesjährige Befahrung dient der Erhebung aktueller Daten, da sich der Strassenraum laufend durch Bauprojekte, Anpassungen an Einfahrten und Strassenmöblierungen sowie durch geänderte Signalisationen und Markierungen verändert. Die Alterung und Abnutzung der Fahrbahnoberfläche sind durch die periodischen Befahrungen dokumentiert. Dies ermöglicht Prognosen für zweckmässige Massnahmen. Die aktuelle Erfassung erfolgt mit einer optimierten 360°-Kamera, deren höhere Auflösung eine noch präzisere Darstellung des Strassenraums ermöglicht.
Erfasste Personen und Kennzeichen werden anonymisiert
Das Tiefbauamt des Kantons Thurgau hat das Unternehmen Orbis360 AG aus Chur mit der Durchführung der Befahrung beauftragt. Die erfassten Daten werden anschliessend verarbeitet, georeferenziert und in einer browserbasierten Anwendung für die kantonale Verwaltung bereitgestellt. Im Gegensatz zu Google Street View erfolgen die Aufnahmen zu einem gezielt festgelegten Zeitpunkt. In enger Zusammenarbeit mit dem kantonalen Datenschutzbeauftragten wird sichergestellt, dass alle in den Bilddaten erfassten Personen und Fahrzeugkennzeichen anonymisiert werden, auch wenn die Daten nicht direkt öffentlich zugänglich sind. Die Befahrung ist wetterabhängig und wird voraussichtlich zwei Wochen in Anspruch nehmen.
Text: pd